figürliches Objekt #1123
Außergewöhnliches figürliches Objekt – vermutlich aus dem Akan-/Asante-Kulturkreis
Zeremonienstab aus Bronze
Ein außergewöhnliches und ausgesprochen detailreich gearbeitetes Objekt aus Westafrika, das aufgrund seiner Formensprache und Ornamentik vermutlich dem Akan-/Asante-Kulturkreis in Ghana zuzuordnen ist.
Besonders beeindruckend ist die aufwendig gestaltete, durchbrochene Mittelpartie mit einer Vielzahl ineinandergreifender Spiral- und Rankenformen. In die ornamentale Gestaltung sind mehrere figürliche Tierdarstellungen integriert. Besonders deutlich lassen sich zwei Schlangen und eine Spinne erkennen.
Gerade die Darstellung der Spinne ist kulturgeschichtlich bemerkenswert. Die Spinne Ananse nimmt in der Asante-Kultur eine besondere Stellung ein und steht unter anderem für Weisheit, Wissen, Erzählkunst und die Überlieferung von Sprichwörtern. Tierdarstellungen dieser Art finden sich auch bei den bekannten symbolisch gestalteten Stäben der Akan und Asante, die von hochrangigen königlichen Sprechern und Beratern geführt wurden. Die Motive dienten dabei nicht allein der Verzierung, sondern konnten bestimmte Eigenschaften, Lebensweisheiten oder Sprichwörter symbolisieren.
Die beiden Schlangen fügen der Darstellung eine weitere symbolische Ebene hinzu. Eine genaue Deutung der ungewöhnlichen Kombination aus Spinne und zwei Schlangen lässt sich bislang jedoch nicht eindeutig belegen. Gerade diese ungewöhnliche Zusammenstellung macht das Stück besonders interessant.
Das Objekt besitzt eine warme, dunkelbraune bis bronzefarbene Patina und zeigt deutliche Spuren von Alter und Gebrauch. Die äußerst plastische und teilweise filigrane Ausarbeitung lässt eine Herstellung im Wachsausschmelzverfahren vermuten, wie es in der westafrikanischen Metallkunst insbesondere im Akan-Gebiet eine lange Tradition besitzt.
Ob es sich ursprünglich tatsächlich um einen zeremoniellen Stab bzw. einen Bestandteil eines repräsentativen Insigniums handelte, lässt sich aufgrund der ungewöhnlichen Form derzeit nicht mit letzter Sicherheit bestimmen. Die Gestaltung spricht jedoch deutlich für einen symbolisch beziehungsweise zeremoniell geprägten Gegenstand.
Ein faszinierendes Objekt für Sammler afrikanischer Kunst und Ethnografika – nicht zuletzt wegen seiner außergewöhnlich reichen Ornamentik, der bemerkenswerten Tierdarstellungen und der bislang nicht vollständig geklärten ursprünglichen Funktion.
Material: vermutlich Bronze bzw. Messing
Herkunft: vermutlich Westafrika, Ghana
Kulturkreis: vermutlich Akan / Asante (Ashanti)
Herstellung: vermutlich Wachsausschmelzverfahren
Datierung: vermutlich frühes 20. Jahrhundert
Maße: Höhe 33 cm, Durchmesser 8,5 cm
Zustand: alters- und gebrauchsbedingte Spuren, charaktervolle Patina
Die kulturgeschichtliche Zuordnung, Datierung und ursprüngliche Funktion sind aufgrund fehlender gesicherter Provenienz als vorsichtige Einschätzung nach Stil, Ornamentik und Vergleichsobjekten zu verstehen.
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